Friseurlexikon

Afro-Look

(auch: Afro). Superkrause, dichte Locken-Frisur, die mit dem Ende der 1960er Jahre zu einem Symbol der „Black is beautiful“-Bewegung avancierte und in den 70ern Teil des Dico-Trends wurde. Styling bei glattem Haar üblicherweise mit Papilotten (spezielle Schaumstoff-Drahtstäbe) und Fixierung mit Spray oder Gel.

Alopezie

Ein gesunder Mensch verliert täglich maximal 100 Kopfhaare. Solange die Haarwurzeln in der Kopfhaut verbleiben und nachwachsen können, ist dies kein Problem. Bei der A. handelt es sich jedoch um einen ständigen Haarausfall, bei dem es zur Glatzenbildung kommt. Häufig stehen dahinter erblich bzw. hormonell bedingte Ursachen (androgenetischer Haarausfall), was nach wie vor schwer behandelbar ist.

Daneben gibt es den kreisrunden, örtlich begrenzten Haarausfall (alopecia areata), der vermutlich durch eine Autoimmunreaktion des Körpers, ggf. auch durch Stress und Schocks hervorgerufen wird. Ärzte bieten verschiedene Therapieverfahren an  (z.B. topische Immuntherapie), die erfolgsversprechend sein können. Unserer Erfahrung nach lohnt sich auch die Analyse und Änderung der bestehenden Lebenssituation, zum Beispiel bzgl. Angelegenheiten, die regelmäßig mit einem gewissen Widerstreben erledigt werden müssen.

Der diffuse Haarausfall ist eine dritte weitverbreitete Form der A.  Hierbei fallen die Haare vom gesamten Kopf und ggf. Rest des Körpers ab. Häufige Ursachen sind Hormonschwankungen, Schilddrüsenprobleme, Eisenmangel etc. Je nachdem wird z.B. mit entsprechenden Tabletten vom Arzt „gegengesteuert“. Die Diagnostik und die Behandlungswege fallen beim diffusen Haarausfall sehr unterschiedlich aus.

Bei anhaltenden Beschwerden ist es immer ratsam, einen Hautarzt zu konsultieren. Nur dort kann eine fachgerechte Diagnose und Behandlung garantiert werden.

Aufbau

Haarwurzel: Während der Haarschaft über die Epidermis herausragt, steckt die Haarwurzel mit der Haarzwiebel am Ende in einer Einstülpung der Oberhaut. Diese Haarzwiebel wird über die Haarpapille, die mit Blutgefäßen verbunden ist, mit Pigmenten versorgt. Hier entstehen keratinreiche Hornzellen, die den Haarschaft bilden und sich im Follikel zur Hautoberfläche schieben. Auf diese Weise wächst das Haar (siehe Abbildung).

Haar: Einfach dargestellt bestehen Haare aus drei Schichten. Die „Schuppenschicht“ (Cuticula) wird gebildet aus abgestorbenen, übereinander liegenden Zellen wie bei einem Tannenzapfen. Ist das Haar gesund, liegen die Schuppen glatt an. Laugen öffnen die Schuppen, Säuren schließen sie. Es folgt die „Faserschicht“ (Cortex), die aus feinsten Keratinfasern (Fibrillen)  besteht und den Großteil des Haares ausmacht. Spezielle Kittsubstanzen sorgen hier für die Elastizität und Reißfestigkeit des Haares. An dieser Stelle finden auch die chemischen Styling-Prozesse statt z.B. beim Färben oder Blondieren. Die dritte Schicht ist der so genannte Markkanal (Medulla) im Kern des Haares.

Aufbau des Haares

 

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Außenwelle

Klassischer Hairstyle, bei dem sich die Spitzen des Haars „mit Schwung“ nach außen wellen. Der unkomplizierte Stil lässt sich nach einem entsprechenden Schnitt mit dem Föhn und einer Rundbürste schnell frisieren (ggf. auch Glätteisen oder Lockenstab). Eignet sich für den Alltag ebenso wie für festliche Anlässe.

Balayage

(Von französisch „balayer“ = fegen, bestreichen), auch Balliage, Ombré, Hairpainting. Freihand-Färbetechnik, bei der mittels Pinsel, Spatel und Blondierbrei partielle Strähnen ins Haar gemalt werden. Die Kunst liegt in der Natürlichkeit der Farbverläufe, wobei reizvolle High- und Lowlight-Effekte erzeugt werden können. Das Ziel ist ein natürlich herausgewachsener Beach-Look, wie frisch aus dem Urlaub. Tête à porter war Balayage-Pionier in München und hat sie mit eigenen Techniken weiterentwickelt.

Banane

Unkomplizierter Hochsteck-Klassiker in der länglichen Form einer Banane. Wir empfehlen ein seitliches „Hochzwierbeln“ und die Fixierung z.B. mit Postichnadeln.

Basisformen

Aus vier Basisformen lassen sich praktisch alle denkbaren Frisuren kombinieren: Es gibt die kompakte Form, graduierte Form (dreieckiger Umriss), ansteigend-gestufte Form (länglicher Umriss) und einheitlich gestufte Form (runder Umriss).

Barbier

(Von französisch „Barbe“ = Bart). Der Beruf des Friseurs hat sich aus den mittelalterlichen Handwerksberufen des Barbiers und Baders entwickelt. Im Mittelalter übernahm der Barbier auch „ärztliche“ Tätigkeiten wie die Zahnentfernung oder den Aderlass. Vorwiegend behandelt der Barbier Männer, wobei er neben der Frisur häufig auch die Rasur und das Entfernen weiterer Gesichtshaare vornimmt. Mit dem anhaltenden Barttrend haben klassische Barbier-Shops in der letzten Zeit ein gewisses Revival erlebt.

Blondiersträhnen

Verschiedene Strähnentechniken sind denkbar. Bei Foliensträhnen werden abgeteilte Haarpartien in Alufolie gelegt, mit Blondiermasse versehen und schließlich verpackt. Bei Kammsträhnen wird die Blondierung auf einen groben Kamm aufgetragen und entweder vertikal mit der Kammspitze eingearbeitet oder waagrecht in das Haar gekämmt. Bei Toupiersträhnen werden alle Haare auftoupiert und die Blondierung mit Fingern oder Pinsel in die Haarspitzen eingearbeitet. Die Wahl der richtigen Technik ist abhängig u.a. von der Haarlänge, dem Volumen und Kundenwünschen.

Bob

(auch: Pagenkopf). Eine Kurzhaarfrisur, die klassischerweise kinnlang geschnitten wird und geometrisch ausfällt. Der B. ist bereits seit Jahrhunderten bekannt und wurde vor allem in den 1920er und 1960er Jahren sehr populär, aber auch heute ist der Schnitt wieder topaktuell. Er gilt dabei als unkompliziert und leicht stylebar, allerdings wird er oft als maskulin angesehen.

Boho-chic

Modestil basierend auf Bohemian- und Hippie-Einflüssen aus den späten 1960ern. Revival u.a. durch Sienna Miller und Kate Moss mit Höhepunkt um 2005. Typische Kleidungsstücke  z.B. lange weiße Röcke, kurze Jacken, lässige Fransen, Blumenmuster etc. Dazu passen natürliche Frisuren, meist offen im Undone-Style mit leichten Wellen. Ggf. Haarbänder.

Chignon

(siehe auch Dutt, Haarknoten) Überbegriff für eine Vielzahl an Steckfrisuren bei mindestens schulterlangen Haaren. Ausgehend von einem eingedrehten Knoten im Nacken oder Hinterkopf, der mit Haarnadeln oder Klammern fixiert wird, lässt sich der C. variantenreich gestalten – von klassisch-schlicht bis kunstvoll verspielt.

Coiffeur

(Von französisch „coiffe“ = Kappe, Haube) Friseur, häufiger bei gehobenen Salons.

Conditioner

Spülungen stärken und pflegen das Haar nach dem Waschen und sorgen so für mehr Glanz, Geschmeidigkeit und bessere Kämmbarkeit. Dazu eine kleinere Menge sanft in die feuchten Haarlängen abwärts einmassieren (Kopfhaut vermeiden). Nach ein bis zwei Minuten gründlich ausspülen. Bei bestimmten Produkten kann auf das Ausspülen auch verzichtet werden. Conditioner empfehlen sich vor allem bei strapaziertem Haar, Locken, längeren Haaren (trockene Spitzen) und bei sehr kalkigem Wasser. Bei sehr kurzen Haaren sollte auf Conditioner verzichtet werden.

Dauerwelle

Künstliche Wellung glatter Haare. Kurzzeitig zum Beispiel durch Wasserdampf und Lockenstab. Dauerhaft durch das Öffnen der Cystinbindungen im Haarkeratin z.B. mittels Thioglykolsäure, dann Neuformung über einem Lockenwickler, schließlich Fixierung durch ein Oxidationsmittel (z.B. Wasserstoffperoxid). Es empfehlen sich im Anschluss sanfte Kuren, um das Haar wieder zu pflegen. Bei fachgerechter Behandlung kann eine Dauerwelle maximal 6 Monate halten. Abschließend lässt sich sagen, dass die Dauerwelle von heute nichts mit der aus den 1970er Jahre zu tun hat. Die Looks fallen inzwischen natürlicher und die Techniken deutlich schonender aus.

Diffusor

Föhnaufsatz, der über seine Finger und Löcher die Haare besonders gleichmäßig trocknet. Ideal z.B. für Wellen oder Locken, um einen noch voluminöseren, definierteren Look zu erzeugen.

Dip-Dye-Look

Hairstyle, bei dem nur die Haarspitzen aufgehelt oder bunt gefärbt werden (siehe auch Balayage).

Dutt

(auch: Haarknoten, Chignon) Frisur, bei der das Haar z.B. am Hinterkopf zu einem Knäul gewunden wird. Fixierung über Spangen oder Haarnadeln.

Effilieren

(aus dem franz. ausfasern) Ausdünnen von dichten Haaren z.B. mithilfe einer Effilier-Schere mit gezahnten Scherenblättern.

Elastizität

Wenn das Haar nach einer Dehnung wie ein Gummiband wieder seine ursprüngliche Form einnimmt ohne „auszuleihern“ oder zu reißen. Nasse Haare lassen sich gut doppelt so stark dehnen wie trockene.

Extensions

Haarverlängerung durch fremde Kunst- oder Echthaar-Strähnen bis max. 60 cm. Synthetisches Haar z.B. aus Perlon oder Nylon ist die preisgünstigere Lösung, die zudem nicht verblasst und leichter gepflegt werden kann. Allerdings lassen sich Kunsthaare farblich nicht verändern und auch das taktile Gefühl ist mit Echthaar nicht vergleichbar. Weil hochwertiges echtes Haar aus Europa relativ rar und teuer ist (bis zu 3000 Euro für ca. 120 Strähnen), kommt das Schnitthaar inzwischen häufig aus China, Russland oder Indien, wo es bei einem Hochzeitsritual abgeschnitten wird. Bei der so genannten warmen Methode werden die Haarsträhnen meist mit Keratin über Hitze angeklebt (u.a. auch per Ultraschall oder Laserbeamer). Bei der kalten Methode wird die Verbindung durch Metall- oder Kunststoff-Hülsen sichergestellt, was eine schnellere und festere Verbindung gewährleistet und ohne Kleberückstände wieder aufgelöst werden kann. Welche Methode sich empfiehlt, ist jedoch typabhängig und muss im Einzelfall vom Stylist entschieden werden. Wichtig ist, dass die Haarverlängerung anschließend fachmännisch eingeschnitten wird, um einen möglichst natürlichen Look zu gewährleisten. Hochwertige Extensions halten – entsprechend gepflegt – bis zu einem halben Jahr.

Farbberatung

Konzept, das ursprünglich in den USA entwickelt wurde und auf den Erkenntnissen der Farbfamilien (grob z.B. helle und dunkle Farben) bzw. Farbharmonien basiert. Als einfache Methode wurde daraus die Vier-Jahreszeiten-Typologie abgeleitet. Während Sommer- und Wintertypen als kühl verstanden werden, gelten Frühlings- und  Herbstmenschen als warme Farbtypen. Für die genaue Charakterisierung wird u.a. die Hautfarbe, die Augenfarbe und die Haarfarbe berücksichtigt und im Ergebnis eine entsprechende Empfehlung für die Farbwahl abgeleitet. Eine professionelle Farbberatung setzt auch deshalb viel Erfahrung voraus, weil die Menschen häufig Mischtypen sind. Sprechen Sie mit Ihrem Stylisten von Tête à porter.

Farbkarte

Farbkoordinatensystem zur Bestimmung der Ausgangsfarbe bzw. zum Festsetzen der Zielfarbe, z.B. ist Dunkelaschblond  6/1 bzw. 6/A.

WELLA Farbtiefe/Helligkeit
Farbrichtung/NuanceL'OREAL Farbtiefe/HelligkeitFarbrichtung/Nuance
2/ (Schwarz)/0 (Natur)1, (Schwarz),1 (Asch/blaugrau)
3/ (Dunkelbraun)/1 (Asch/grün)3, (Dunkelbraun),2 (Irisé/violett)
4/ (Mittelbraun)/2 (Matt/blaugrau)4, (Mittelbraun),3 (Gold/gelb)
5/ (Hellbraun)/3 (Gold/gelb)5, (Hellbraun),4 (Kupfer/orange)
6/ (Dunkelblond)/4 (Kupfer/Orange)6, (Dunkelbond),5 (Mahagoni/blaurot)
7/ (Mittelblond)/5 (Mahagonie/Blaurot)7, (Mittelblond),6 (Rot)
8/ (Hellblond)/6 (Violett)8, (Hellblond),7 (Messing/grün)
9/ (Lichtblond)/7 (Braun9, (Sehr helles Blond)
10/ (Weißblond)/8 (Blau)10, (Platinblond)
11/ (Weiß)10 1/2, (Platinblond Licht)

Fassonschnitt

Klassischer, kurzer Herrenschnitt im Nacken- und Seitenbereich, wobei der Übergang zum Deckhaar stufenlos gestaltet wird.

Fettiges Haar

Entsteht durch eine verstärkte Tätigkeit der Talgdrüsen (Seborrhör). Der Talg breitet sich ölartig von der Haut bis in die Spitzen der Haare aus, so dass die Haare schwer werden und „zusammenfallen“. Die Überproduktion der Talgdrüsen ist oft erblich bedingt, kann aber auch andere Ursachen haben (z.B. inadäquate Pflege, Medikamente, hormonelle Einflüsse während der Pubertät oder Schwangerschaft). Es empfehlen sich entsprechende Shampoos und Sprays und ggf. häufige Haarwäschen. Bei anhaltenden Beschwerden ist es immer ratsam, einen Hautarzt zu konsultieren. Nur dort kann eine fachgerechte Diagnose und Behandlung garantiert werden.

Föhnen

Heute wichtigste Stylingart. Für Locken und Volumen setzt man auf Rundbürsten. Kleine Rundbürsten erzeugen hohe Sprungkraft und mehr Locken, während größere Rundbürsten eine kleinere Sprungkraft, aber viel Volumen verleihen. Kurze Haare sollten mit einer halbrunden Föhnbürste gestylt werden, wobei das Haar in Form geknetet wird. Generell gilt: Die Haare sollten nur leicht feucht sein (trocken drücken, nicht rubbeln). Die Heißluft am besten stets vom Haaransatz zu den Haarspitzen führen. Bei feinem und geschädigtem Haar sowie nahe der Kopfhaut eine niedrigere Föhntemperatur wählen. Gegen zu große Hitzeeinwirkung helfen spezielle Föhnlotionen bzw. Schaum (z.B. bei langem Haar, dickem Haar).

Follikel

Auch: Haarbalg. Längliche Einstülpung unter der Haut, aus der das Haar herauswächst. Die Talgdrüsen am oberen Ende geben das Fett an die Kopfhaut ab (siehe auch: Aufbau).

Französischer Zopf

(auch: Bauernzopf). Klassische Flechttechnik, bei der zu den äußeren Strängen jeweils eine Strähne vom Resthaar zugegeben wird, wodurch ein ganz eigener, eng anliegender Look entsteht.

Frizz

(Engl. von to frizz – kräuseln). Spontanes Kräuseln der Haare z.B. aufgrund von Feuchtigkeit oder elektrostatischer Aufladung.

Führungslinie

zuerst geschnittene Grundlinie im Nacken, Oberkopf oder an den Seiten. An ihr orientieren sich alle weiteren Hilfslinien beim systematischen Haarschnitt, der vom Engländer Vidal Sasson in den 1960er Jahren entwickelt wurde.

Gesichtsform

Wesentliches Kriterium für eine individuell optimale Frisuren-, Makeup- oder auch Brillen-Lösung, wobei das Verhältnis von Breite zu Länge bestimmend ist. 1: Ovale Gesichter („Ei-Form“) fallen am harmonischsten aus, weshalb praktisch jede Frisur dazu gut getragen werden kann. 2: Bei runden Gesichtern („O-Form“) dürfen die Seiten schmal gehalten werden, die Haare können insgesamt länger ausfallen. Zusätzliches Volumen am Oberkopf schmälert das Gesicht optisch. 3: Bei dreieckigen Gesichtern („Herz-Form“) eignen sich Frisuren, die den Kinnbereich z.B. mit Locken oder Wellen auffüllen. Am Ohr sollte das Haar schmal geschnitten sein. 4: Rechteckige Gesichter („eckiger Unterkiefer, breite Stirn“) trifft man am häufigsten an. Sie benötigen weiche Kontraste. Fransen oder Stufen können die markanten Gesichtszüge auflockern. Zu schmalen Gesichtern passen schließlich voluminöse Frisuren, um die Proportionen „zurechtzurücken“. Weil die meisten Gesichter Mischformen sind, ist eine genaue Zuordnung nur durch einen Experten möglich. Lassen Sie sich bei Tête à porter individuell beraten – wir helfen gern dabei, das Optimale aus Ihrem Typ zu machen.

Grundformen Gesichter und Frisuren

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Glätteisen

Stabförmige Heizzangen, die die Haarstruktur temporär verändern und so das Haar bis zur nächsten Haarwäsche glätten.

Goldener Schnitt

(lat. section aurea, stetige Teilung). Klassische Kunstregel, die auch im Haardesign bei der Änderung von Proportionen zum Tragen kommen kann. Hiernach ist die Teilung einer Strecke durch einen auf ihr liegenden Punkt so, dass sich der größere Abschnitt zur Gesamtstrecke verhält wie der kleinere Abschnitt zum größeren. Anwendbares Beispiel: 2/3 zu 1/3.

Graduierung

feine Abstufung in der Haarkontur.

Haaranzahl

Haarmenge und Haarfarbe sind voneinander abhängig. Während Rothaarige oft nur 70.000 Haare besitzen, kommen Blonde auf mehr als das doppelte (150.000). Schwarzhaarige und Brünette liegen bei etwa 100.000 Haaren.

Haarausfall

siehe Alopezie

Haarkuren

können in unterschiedlicher Dosierung in der Regel folgende Inhaltsstoffe enthalten: Fette bzw. fettähnliche Substanzen (z.B. Wachse), die das Haar elastisch und glänzend halten. Säuren, die das Haar reinigen, zusammenziehen und stärken. Hierbei kann ebenfalls ein Glanzeffekt entstehen. Kationische Inhaltsstoffe (positiv geladene Ionen, z.B. bei Weichspülern) verbessern die Geschmeidigkeit und Kämmbarkeit des Haares, insbesondere auch in geschädigten Haarregionen. UV-Filter schützen vor Sonneneinstrahlungen (z.B. Pigmentabbau). Halt gebende Stoffe (z.B. Harze) eignen sich speziell für feines und dünnes Haar. Eiweißhydrolysate (z.B. Elastin, Keratin, Collagen) verleihen dem Haar mehr Glanz, machen es kämmbarer und sorgen für eine erhöhte Stabilität.

Haarzyklus

Beschreibt den Kreislauf der Entwicklungsphasen jedes einzelnen Haarfollikels, bei dem sich Wachstum, Ruhe und Rückbildung ständig abwechseln. Bis zu 90% unserer Haare steckt in der Wachstumsphase (Anagenphase), die maximal sieben Jahre dauern kann. In der Übergangsphase (Katagenphase) von ca. zwei Wochen finden zeitweilig Umbauprozesse im Haar statt und die Haarwurzel verhornt. In der Ruhephase (Telogenphase) fällt schließlich das alte Haar aus, so dass ein neues nachwachsen kann (Dauer circa 2 bis 4 Monate, bei etwa 15% der Haare). Bei Haarausfall ist der Haarzyklus deutlich beschleunigt.

Heiße Schere

Spezieller Spliss-Schnitt mit erhitzten Scherenblättern, wodurch das Haar an der Schnittfläche versiegelt werden soll.

Highlights

(siehe auch Lowlights). In der Regel einzelne Strähnchen, die wie durch Sonnenlicht aufgehellt reizvolle Reflexe ins Haar zaubern. Das Haar wirkt insgesamt definierter und vitaler.

Hutlinie

bezeichnet die Linie am weitesten Kopfumfang, knapp über dem Ohr, wo z.B. Hüte aufliegen.

Keratin

(Von griech. Horn) Eiweiß-Baustein, aus dem das menschliche Haar, aber auch Finger- und Zehennägel zum Großteil gebildet sind. Als Faserprotein verleiht Keratin dem Haar Widerstandskraft, Beweglichkeit und Elastizität. Keratinhaltige Pflege- und Styling-Produkte sollen geschädigtes Haar wieder auffüllen und glätten.

Komplementärfarben

(Lat. von complementum – Ergänzung ) auch Gegenfarben. Farben, die im Farbkreis gegenüberliegen. K. heben sich gegenseitig in ihrer Farbwirkung auf. Werden sie zusammengemischt, ergibt sich ein dunkler Grauton. Der Effekt wird beim Färben genutzt, um Farbtöne abzumildern, die zu kräftig erscheinen.

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Langes Haar

im antiken Griechenland oder Alten Testament (siehe z.B.Simson-Geschichte) ein Ausdruck von Freiheit, Macht und Würde. Im Gegensatz hierzu wurden Sklaven oder Gefangenen in vielen Kulturen die Haare kurz geschoren. Langes Haar benötigt besonders viel Pflege. Durch zu häufige Haarwäschen, Chemikalien, Sonneneinstrahlung oder übermäßige Reibung (z.B. an der Schulter) wird die Schuppenschicht schnell aufgeraut und das Haar geschädigt. Vor einer Haarwäsche sollten Sie Ihr Haar immer vorsichtig durchbürsten, um es zu entwirren. Nach der Wäsche empfehlen sich regelmäßige Kuren und Conditioner, um zusätzliche Pflege zu zuführen. Die Haare zum Trocknen bitte nicht rubbeln, sondern vorsichtig zu den Spitzen hin trockendrücken. Wenn Sie auf einen Föhn nicht verzichten können, dann nach Möglichkeit mit Kaltstufe oder Abstand arbeiten. Besser ist es jedoch, Sie lassen die Haare offen an der Luft trocknen. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Metallhaarspangen, ziepende Haargummis und strapazierendes Flechtwerk. Denken Sie im Sommer daran, Ihr Haar vor zu viel Sonne zu schützen (siehe Urlaub). Eine gesunde Ernährung tut ihr übriges.

Locken

abhängig vom Querschnitt des Haares: bei rundem Querschnitt fallen die Haare gerade (z.B. in Asien), während sie sich bei ovalem Querschnitt kräuseln (z.B. in Afrika). Nur ca. 15% der Europäer besitzen Naturlocken. An Locken scheiden sich die Geister. Während Menschen mit Locken für glücklicher und leidenschaftlicher gehalten werden, gelten Menschen mit glatten Haaren häufig als seriöser und vertrauenswürdiger.

Lowlights

(siehe auch Highlights). In der Regel einzelne dunkel getönte oder gefärbte Strähnen, die reizvolle Effekte ins Haar zaubern. Eignet sich besonders für feines Haar, um optisch den Eindruck von mehr Volumen zu erzeugen.

Melanin

rötliche, braune oder schwarze Farbpigmente, die in den sogenannten Melanonzyten gebildet werden. In diesen speziellen Zellen ist für jedes einzelne Haar die Haarfarbe genetisch festgelegt.

Naturblond

sind weltweit nur ca. 2% der Menschen, da die Anlagen hierfür genetisch von beiden Elternteilen weitergegeben werden müssen. Blond verkörpert das „Helle, Gute, Goldene“ und ist in Märchen die Haarfarbe der Feen und Prinzessinnen. Blonden Frauen wird häufig eine besondere Wirkung auf Männer nachgesagt. Wissenschaftlich bewiesen ist, dass Blonde mutiger und selbstbewusster auftreten – übrigens auch, wenn die Haarfarbe nicht natürlich ist. Vorurteile, die mit der Haarfarbe verbunden werden, können sich auch beruflich auswirken: Empirisch bewiesen erhalten z.B. blonde Bedienungen mehr Trinkgeld als Dunkelhaarige, jedoch werden ungeschminkte Dunkelhaarige als kompetenter eingeschätzt und bekommen ein höheres Anfangsgehalt. Mit bis zu 150.000 Haaren besitzen blonde Menschen die meisten und besonders feine Haare. Wird das Haar berührt, wirkt es daher besonders weich und sinnlich.

Offenes Haar

gilt bei Frauen häufig als sexy und erotisch. In vielen Kulturen wird es daher „unter die Haube gebracht“, z.B. mithilfe des Schleiers bei Nonnen oder dem Kopftuch im Islam.

Olaplex

ist ein patentierter chemischer Wirkstoff, der hilft z.B. Strähnen, Colorierungen und sogar extreme Farbveränderungen vorzunehmen, ohne dass das Haar dabei geschädigt wird. Grundsätzlich können durch mechanische oder chemische Haarbehandlungen die Schwefelbrücken (Disulfidbrücken) im Haar aufplatzen, wodurch es brüchig und stumpf wird. Der silikon- und ölfreie Wirkstoff in Olaplex kann die gebrochenen Brücken im Haar wieder reparieren. Tête à porter war einer der ersten Friseure in München, die Olaplex einsetzen.

Ondolieren

(Von lateinisch „Unda“ = Welle, Woge). Das Einarbeiten von Wellen oder Locken mithilfe eines Lockenstabs oder einer Brennschere.

Passee

(franz.) Haarpartie bis max. 2 cm Breite. Mit den Abteillinien sind sie die Basis eines jeden Haarschnitts. Schnitt- und Abteillinie verlaufen parallel.

Paul Mitchell

(* 1936 in Schottland, † 1989 in Los Angeles) bekannter Friseur und Gründer von John Paul Mitchell Systems, ein Familienunternehmen mit Sitz in Beverley Hills. Paul Mitchell Haarprodukte decken das gesamte Anwendungsspektrum von der Reinigung über die Pflege und das Styling bis zum Finish (Festigen) ab und gelten unter Experten als absolute Spitzenprodukte am Markt. Das Unternehmen erweist sich außerdem häufig als Vorreiter für natürliche Inhaltsstoffe, die umweltfreundlich gewonnen werden. Darüber hinaus engagiert man sich regelmäßig u.a. bei der Aufforstung der Regenwälder und dem Schutz der Meere. Als erster Haarkosmetikhersteller unterzeichnete Paul Mitchell Systems schon 1989 die PETA USA Erklärung zum Verzicht auf Tierversuche. PETA Deutschland e.V. verlieh dem Unternehmen 2013 den Progress Award für eine vorbildliche Einstellung zum Thema Tierversuche.

Pflanzenfarben

Traditionelle Färbemittel z.B. aus Wurzeln, Früchten und Blättern, die über Jahrtausende von Menschen angewandt wurden. Nach der Erfindung künstlicher Farbstoffe in Vergessenheit geraten, bis sie in den 1970er Jahren ein Revival erlebten. Heute eine ökologische und schonende Alternative zu „chemischen“ Farben. Abdunkeln oder Aufhellen jedoch nicht möglich. Begrenzte Haltbarkeit. Typische Farbstoffe: Henna – rot, Walnuss – braun, Salbei – asch, Kamille – gelb.

Schuppen

Abstoßen von weißen Zellverbänden von der Kopfhaut. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Schuppen bei zu fettiger Kopfhaut (oft glänzend, unterschiedlich groß) und Schuppen bei zu trockener Kopfhaut (rund, gleich groß).

Auslöser für fettige Schuppen sind häufig Bakterien und Pilze, vor denen sich die Kopfhaut mit zusätzlicher Verhornung zu schützen versucht. Als wirksame Mittel haben sich Anti-Schuppen-Shampoos z.B. mit Octopirox erwiesen, die die Zellteilung normalisieren. Stoffe wie Selendisulfid wirken zusätzlich antimikrobiell und pilzabtötend. Spezielle Spülungen, Haarkuren und Haarwasser helfen dabei, die Talgfunktion wieder zu regulieren und die Kopfhaut zu beruhigen.

Im Gegensatz hierzu entstehen trockene Schuppen außer durch natürliche Veranlagung und einer trockenen, fettarmen Kopfhaut auch im Zuge verschiedener Krankheiten. Trockene Luft (z.B. durch Föhnen, im Winter) oder heißes Duschen kann die Schuppenbildung zusätzlich verstärken. Auch für trockene Schuppen sind spezielle Shampoos erhältlich, allerdings kann sich zu häufiges Waschen auch kontraproduktiv auswirken, weil es die Haut weiter austrocknet. Ggf. sollten die zeitlichen Abstände zwischen den Wäschen daher eher langsam vergrößert werden, wodurch die Kopfhaut die Möglichkeit erhält, wieder „ins Lot“ zu kommen.

Bei anhaltenden Beschwerden ist es immer ratsam, einen Hautarzt zu konsultieren. Nur dort kann eine fachgerechte Diagnose und Behandlung garantiert werden.

Seborrhö

siehe auch fettige Kopfhaut und Haare

Sleek-Look

Eleganter Hairstyle, bei dem die Haare idealerweise eng am Kopf anliegen und besonders glatt und glänzend wirken. Dies wird durch den Einsatz spezieller Gele, Haarwachs, Glätteisen und Glanzsprays erreicht. Perfekt für ovale Kopfformen (siehe auch: Gesichtsform).

Splashlight-Look

Farb-Effekte, die als meist horizontale Streifen ins Haar coloriert werden. In der Regel kontrastreich, als würde das Haar von einem Scheinwerfer beleuchtet (z.B. Braun, Hellblond, Braun) oder auch knallig bunt (z.B. Pink). Verwandt mit dem Ombré-Look.

Spliss

Aufspaltung der Haarenden zum Beispiel durch Wind und Wetter oder falsche Pflege (z.B. stumpfe Scheren, falsches Bürsten, Glätteisen, Blondierungen). Für Spliss kann es zahlreiche Ursachen geben, ggf.werden sie durch eine erbliche Veranlagung verstärkt. Das Haar wirkt bei Spliss meist stumpf, trocken und spröde. Der Schutz des Haares vor starker Sonnenbestrahlung und mechanischen Beeinträchtigungen kann Spliss vorbeugen. Darüber hinaus halten Pflegekuren- und spülungen  das Haar strapazierfähig und verleihen neuen Glanz. Repairshampoos können oft kurzfristig helfen. Pflanzenöle, Honig- und Salbeikuren haben sich auch bewährt. Damit sich Spliss nicht nach oben ins Haar ausbreitet, empfiehlt sich ein Schnitt der Spitzen. Beim heißen Spliss-Cut werden obendrein die Haarspitzen verschmolzen.

Eine erweiterte Form von Spliss ist der Haarbruch, bei dem es zum Abbrechen des gesamten Haares kommt.

Tenside

(Lat. von tendere – spannen) Oberflächenaktive Substanzen, die die Grenzflächenspannung von Wasser reduzieren und auf diese Weise in kleinste Lücken zwischen Schmutz und z.B. Haarschaft eindringen können. Indem sie sich kreisförmig an die Fettpartikel anlagern, werden diese abgelöst und können mit Wasser problemlos herausgewaschen werden. Tenside in Pflegeprodukten gelten im Allgemeinen als unbedenklich für die Gesundheit.

Threading

(auch Band Andazi, Fadenepilation) Traditionelle, sehr effektive orientalische Methode der Haarentfernung z.B. im Bereich der Augenbrauen. Hierzu werden die Haare in einer Bindfadenschlaufe eingeklemmt und ausgezogen.

Trockenes Haar

Entsteht durch eine Schwäche der Schweiß- und Talgdrüsen, so dass das Haar nicht ausreichend durch die übliche Wasser- und Fettfilm-Emulsion geschützt wird. Es empfiehlt sich die Anwendung entsprechender Pflegeprodukte (Pflegeshampoo, Haarkur/Pflegespülung) und den Schutz der Haare vor physikalischen Beanspruchungen. Bei anhaltenden Beschwerden ist es immer ratsam, einen Hautarzt zu konsultieren. Nur dort kann eine fachgerechte Diagnose und Behandlung garantiert werden.

Tonsur

(Lat. von tondere – scheren) teilweises oder komplettes Ausscheren des Kopfhaares als Zeichen der Untergebenheit vor Gott. Im christlichen Mönchtum wurde in der Regel ein Haarkranz gelassen. Bei natürlichen Tonsuren (siehe auch Alopezie) helfen meist nur Eigenhaar-Transplantationen oder Zweithaar-Lösungen.

Tönungen

dunkeln kurzfristig die Farbrichtung des Haares ab (aufhellen nicht möglich) und können so den bestehenden Farbeindruck verstärken, einen nicht gewünschten Farbton korrigieren, einige weiße Haare abdecken oder auch für zusätzlichen Glanz sorgen. Sie gelten im Gegensatz zu Colorationen als schonender, weil sie sich nur außen ans Haar anlagern.

Undercut

(Engl. Unterschnitt) bezeichnet eine Frisur, bei der das untere Haar seitlich und im Nacken rasiert wird, das Deckhaar aber gleich bleibt. Der Haarschnitt könnte somit auch an einen extremen Army-Haarschnitt erinnern und wirkt entsprechend männlich. Bei der Variante Sidecut wird nur das Haar auf einer Seite des Kopfes gekürzt. Typisch war der Schnitt im Szenebereich in den 1990er Jahren, in letzter Zeit erlebte er durch diverse Stars ein Revival.

Urlaub

Endlich Urlaubszeit! Was für Sie Erholung bedeutet, kann für Ihre Haare schnell in Stress ausarten. Schützen Sie Ihre Haare am besten mit einem modischen Sonnenhut oder einem Tuch vor den UV-Strahlen. Hochsteck- oder Flechtfrisuren können ebenfalls helfen, weil sie Wind und Wetter weniger Angriffsfläche bieten. Wir verdunsten sehr viel Flüssigkeit über unseren Kopf, so dass dieser schnell unter Trockenheit leidet. Also: Bitte auch tagsüber viel trinken. Salzwasser oder Chlor im Pool können dem Haar ebenfalls zusetzen. Am besten, gleich nach dem Baden mit Süßwasser ausspülen. Die Experten von Tête à porter empfehlen Ihnen darüber hinaus gern entsprechende Pflegeprodukte für den Urlaubskoffer (spezielle Shampoos, Spülungen, Öle.). Gute Reise!

Wachstum

Haare wachsen täglich zusammengenommen 30 Meter (bei etwa 100.000 Haaren). Jedes einzelne Haar wächst circa 0,3 mm, monatlich etwa 1 cm. Das Haarwachstum kann von außen kaum beeinflusst werden.

Wasserwelle

(auch: Fingerwelle). Eleganter Look aus den 1920er Jahren, bei dem die Haare im nassen Zustand zu sanften Wellen gelegt werden. Fixierung heute z.B. über Stylingschaum und Haarlack.

Wet-Look

Haarstyling, das in den 1980er Jahren seine erste Hochphase hatte und inzwischen ein Klassiker ist. Mit Haargel als Basis, Haarlack und Spray wird ein feuchtes Erscheinungsbild erzeugt, als käme man frisch vom Pool oder Strand. Daher ist der Wet-Look vor allem für kürzere Haare und in der Sommerzeit eine witzige Wahl. Tipp: Das Haar vorher gründlich waschen, damit Rückstände nicht mit „einfixiert“ werden

© Tête à porter Friseursalon, München 2014-16 | Dieses Lexikon wird laufend erweitert und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Trotz sorgfältiger Prüfung können wir für die Richtigkeit der Inhalte keine Gewähr übernehmen. Sprechen Sie bei Haarproblemen mit unseren Spezialisten, um individuelle Lösungen zu finden. Übernahme, Kopie oder Nachdruck auch auszugsweise nur nach schriftlicher Genehmigung.